Kapellen

In und um Mellau gibt es zahlreiche Kapellen, die von der tiefen Gläubigkeit unserer Vorfahren zeugen und zum Gebet bzw. zum Verweilen einladen. Neben den Kapellen im engeren Ortsgebiet, die innerhalb weniger Gehminuten zu erreichen sind, besitzt jedes Vorsäß seine eigene, so zum Beispiel: Dös, Dosegg, Hochvorsäß, Enge, Wirmboden und Kau.

 

 

 

Kapelle Hochvorsäß

Es gibt keine Jahreszahl, die über das Alter der Kapelle etwas aussagen könnte. Jedenfalls stammt sie aus späterer Zeit als die Döser Kapelle. Möglicherweise wurde eine ältere durch diese ersetzt. Auf dem Altar in der Mitte in einer Steinumrahmung steht die Lourdesmadonna. Daneben sind Bilder angebracht: Hl. Magdalena und Herz Mariä.

Rechts vom Altar befindet sich an der Seitenwand ein altes Ölgemälde (für diese Kapelle zu groß) und deshalb beschädigt, „St. Wendelin“. Möglicherweise stammt es aus der alten Pfarrkirche, Eine Inschrift ist nur mehr teilweise leserlich.

Wie in anderen gemeinen Vorsäßen wurde hier früher am Samstag- und Sonntagabend gemeinsam der Rosenkranz gebetet. Das geschah auch während des Sonntagsgottesdienstes im Dorfe durch jene, die verhindert waren, zur Kirche zu kommen.

Ebenso wird wie in den anderen Vorsäßen an einem Sonntagnachmittag für die letztverstorbenen Vorsäßmitgliedern gebetet. Dazu kommen viele Leute aus dem Dorfe und Verwandte von auswärts.

 

 

Kapelle Schönboden

Die Kapelle entstand 1635 zu Ehren der Pestpatronen St. Sebastian und Rochus und wurde öfters renoviert, z. B. im Jahre 1800, dann unter Pfarrer Mätzler (1884 – 1892) und zuletzt im Jahre 1960 unter Pfarrer Josef Manser. Seither befindet sich über dem Altar wieder das alte Pestkreuz. Auf dem Altar stehen die Bilder der Kapellenpatrone und daneben auch noch als Statuen, geschnitzt von Egender, Schnepfau, im Auftrag von Gebhard Hager.

Barbara Stülz-Natter hat auch ein Bild des Abtes Martin Greußing vom Stift Schlägel angefertigt. Dieser war auf dem Schönenboden zuhause. An ihn erinnert in der Kapelle an der rechten Seitenwand eine Tafel mit Inschrift, die unter Pfarrer Mätzler angebracht worden ist.

Bei der letzten Renovierung wurden die Kapellenfenster von Hubert Dietrich gestaltet. Die alte Kapellenglocke wurde im Ersten Weltkrieg abgeliefert. Später beschafften die Bewohner des Schönbodens, Franz Josef Hager und Johann Jakob Moosmann, gemeinsam eine Glocke. Sie fiel aber nochmals dem Kriege zum Opfer. Seit 1950 hat die Kapelle wieder ein Glöcklein mit folgender Inschrift: „Bei Rochus und Sebastian man immer Hülfe finden kann.“

 

 

Kapelle Oberfeld

Im Jahre 1672 erbaut auf Grund eines Versprechens, dass die Bauern anläßlich der Viehseuche 1670 gemacht hatten, ist die Kapelle den Viehpatronen St. Martin und St. Wendelin geweiht.

Die Ursprüngliche Kapelle dürfte durch die jetzige ersetzt worden sein oder die Renovierung im Jahr 1902 unter Pfarrer Johann Martin Lenz hat ihr das heutige, noch mehr altertümliche Gepräge gegeben. In der Pfarrchronik ist zu lesen, dass für die innere und äußere Renovierung damals größtenteil Bauer Jodok Natter durch eine Spende von 200 Kronen aufgekommen ist. Den Rest bezahlte die Gemeinde.

Der Altar trägt ein Ölbild: Der Kapellenpatron St. Martinus ist als Bischof dargestellt; zu seinen Füßen liegen der Mantel und das Schwert.

Das Kapellenglöcklein, früher von Mathilde Kohler, geb. Natter, eifrig geläutet, wurde im zweiten Weltkrieg abgeliefert. Seit 1950 hat die Kapelle wieder eine Glocke mit dem Spruch: „ St. Martin, wache spät und früh, sei Schutzpatron für Mensch und Vieh!

 

 

Kapelle Wirmboden

Die Kapelle im Wirmboden ließ Rainer Rogelböck im Jahre 1980 zu Ehren des hl. Antonius des Einsiedlers und des hl. Antonius von Padua erbauen. Das aus Bronze gegossene Glöcklein soll Frieden verbreiten, wie darauf zu lesen ist: „Glocke, läute Friede zu den Menschen unter der Kanisfluh."

Im Jahr 2012 riss eine Staublawine die Kapelle, die dem hl. Antonius geweiht war nieder. Nicht nur die Kapelle wurde mitgerissen, sondern auch eine alte Vorsäßhütte. Nachdem die Vorsäßhütte zuerst gebaut werden musst, ging es ein wenig länger mit dem Bau der Kapelle.

Am 7. August 2016 wurde die Kapelle von Pfarrer Georg Willam, Kaplan Thomas Huber und Diakon Ludwig Zünd eingeweiht. Die Kapelle wurde wieder dem hl. Antonius dem Einsiedler geweiht. Die neue Kapelle steht inmitten der Vorsäßhütten und lädt zum Verweilen ein.

 

 

Wallfahrtskapelle Bengath

Die geräumige Kapelle wurde 1947 nach Plänen des Architekten Kaspar Albrecht an Stelle einer älteren Kapelle erbaut, und zwar zum Dank für die Verschonung unserer Heimat vor den Verwüstungen des Krieges und für die glückliche Heimkehr einheimischer Soldaten. 2007 wurde sie restauriert.

Seit Menschengedenken kommen Pilger zur „Schmerzhaften Mutter“ in die Bengath, 1950 führte der damalige Pfarrer Jakob Fußenegger die Krankensegnung am Pfingstmontag ein, die heutzutage praktischerweise in die Pfarrkirche Mellau verlegt wurde.

Während der Sommermonate wird wöchentlich ein Gottesdienst in der Bengathkapelle zelebriert.

 

 

Kapelle Dosegg

Am Türbalken der Kapelle steht die Jahreszahl 1664. Über dem Altar hängt ein Barockbild „ Magdalena unter dem Kreuz“. Früher enthielt diese Kapelle auch mehrere Statuen. Darunter befand sich eine Statue des Kirchenpatrons St. Antonius, eine des Viehpatrons St. Leonhard und ein gotischer Christus nebst Hl. Geist (wahrscheinlich aus einer Dreifaltigkeitsgruppe).

Beim Kirchenbrand 1870 wurden laut Aussagen alter Leute Statuen und Bilder aus der Kirche getragen und teils in Kapellen, teils in Privathäusern aufbewahrt, wo sie dann verblieben sind. Von daher dürften auch die erwähnten Figuren stammen, die jetzt nicht mehr vorhanden sind.

Das Dosegger Glöcklein wurde im Ersten Weltkrieg nach Ablieferung der Kirchenglocken in der Pfarrkirche als Totenglocke verwendet, danach kam es auf die Dosegg zurück und hat den zweiten Weltkrieg überstanden. Es trägt die Worte „Heiliger Nothelfer Josef, Martin und Wendelin, bittet für uns“.

 

 

Kapelle Enge

In der Engener Hütte Nr. 125 hatte sich früher eine Gnadenstatue, Maria als Königin, befunden, zu der Frauen aus Hirschau wallfahren kamen. Anna Wüstner, geb. Feurstein, machte während des 1. Weltkriegs das Versprechen, im Wald bevor man in die Enge gelangt einen Bildstock zu errichten, wenn ihr Sohn Jodok glücklich aus dem Krieg zurückkommt. 1925 löste sie das versprechen ein und ließ die Gnadenstatue (Maria als Königin) im Bildstock anbringen.

Ihre Tochter „Broses Katharina“, verheiratete Jakob, machte wieder dasselbe versprechen, in der Enge ein Kapelle zu errichten, wenn Ihr Sohn Ambros, („Sepplars Brose“) unversehrt aus dem 2. Weltkrieg heimkomme. Das Versprechen wurde gehalten und die Familie Jakob baute in der Enge ein Kapalle.

Zu besonderen Anlässen, z.B. Geburtstagen wird eine hl. Messe zelebriert. Wenn während des Jahres jemand aus dem Vorsäß Enge gestorben ist, betet man für diesen in der Kapelle für das Verewigte einen Psalter.

 

 

Kapelle Kau

Den Entwurf hat der gebürtige Mellau Architekt Helmut Dietrich gemacht. Manfred Felder ließ die Kapelle errichten zur Erinnerung an seinen Vater (Jagdaufseher) Hermann Felder nach dessen plötzlichen Tod. Sie wurde 1989 erbaut. Der Schwiegervater von Manfred, Arthur Wirthensohn, hat das Dach gemacht, die Schindeln und die Tür.

Die Figur stellt den hl. Hubertus (Patron der Jäger) mit Hirsch dar. Sie wurde geschnitzt vom Bildschnitzer Rudi Jochum aus Schröcken.

Wenn jemand aus dem Berggut oder Vorsäß Kau verstorben ist und die Witterung es zulässt, wird bei der Kapelle gebetet.

Die Einweihung im Herbst 1989 nahm der damalige Bischof Bruno Wechner vor. Bischof Bruno Wechner war selbst ein begeisterter Jäger und auch mit Hermann Felder auf der Jagd.

 

 

Kapelle Wurzach

Die Kapelle auf der Alpe Wurzach wurde im Jahr 1984 durch Alpmeister Karl Ennemoser aus Dankbarkeit erbaut und am 15. August 1984 von Herrn Dekan Hermann Alge zu Ehren des hl. Martin geweiht.

Die musikalische Umrahmung übernahm der Musikverein Schwarzenberg. Seither wurde jeden Sommer am 15. August Maria Himmelfahrt eine hl. Messe gefeiert, die viele Besucher aus nah und fern lockten.

Der schöne Platz hinter der Kanisfluh gefiel auch den Verantwortlichen des Heimatpflegevereines, so dass diese einige Jahre ein Weisenblasen in Verbindung mit der hl. Messe veranstalteten.

Kapelle Freudenberg

Die alte Kapelle hat Josef Natter, Altvorsteher im Jahre 1885 Bauen lassen. Seine Tochter hatte beim Bau der Alphütte auf Freudenberg nach siebenwochenlangem Regenwetter versprochen, wenn die Hütte noch im Sommer fertig werde, werde sie auch noch eine Kapelle bauen lassen.

Das Glöcklein wurde in Andelsbuch gegossen. Sie befand sich im Besitz von Elisabeth Bitschnau (Elisabeth war die Mutter von Hedwig Metzler; Hotel Kreuz).

Im Lawinenwinter 1954 wurde die Kapelle von einer Lawine mitgerissen. Als es Frühling wurde, zog es manche Interessierte nach Freudenberg um nachzuschauen was passiert war. 1972 ließ Gisela Sutterlüty, Alpbesitzer die jetzige neue Kapelle errichten.

 

 

Kapelle Hauser

Im Jahre 1429 wurde "der Husar" von den Mellauern verkauft und ist noch bis heute im Besitz der Laternser.

Zwischen den vier Hütten der Alpe Husar steht eine ehrwürdige Kapelle zu St. Bartholomä. Am Türbalken ist die Jahrzahl 1646 eingehauen (laut Pfarrer Künzle müsste es 1554 heißen). Die alte Glocke wurde im 1. Weltkrieg abgeliefert, die neue, gegossen von Grassmayr, wurde während des 2. Weltkriegs versteckt gehalten und so gerettet.

An „Bartholomä“ wird nach altem Brauch die Husar Kilbe gefeiert. Traditionell mit einer hl. Messe. Früher zogen die Laternser Familien mit Hab und Gut in die Alpe Husar. Jede Familie hatte auf der Husar Alpe ihre Hütte, die als Sommerdomizil diente.

 

 

Kapelle St. Ottilia, Roßstelle

Die Ottilia Kapelle wurde von Jakob Simma, (geb. 1928 –  gest. 2007), in den Jahren 1973 – 1975 zum Dank für den unfallfreien und guten Ausgang des damaligen Bauvorhabens „Alphof Rossstelle“ errichtet. Die Größe wird durch das Bild der St. Ottilia bestimmt. Dieses wurde vom damaligen Damülser Pfarrer Reinold Simma gestiftet. Er war eines der acht Geschwister des Vaters von Jakob Simma, die auf den Gedenktafeln in der Kapelle verewigt sind.

Auch die Glocke, sie läutet heute noch, wurde von Ihm zur Verfügung gestellt. Bis das Ottilienbild seinen Platz in der Kapelle fand, hing es in der alten Pfarrkirche Mellau im Aufgang zur Empor. Die Gittertore, die den Eingang der Kapelle zieren, stammen von der alten Friedhofsmauer rund um das frühere Mellauer Gotteshaus. Als Dank für die Überlassung dieser Gitter spendete Jakob Simma wiederum das Kruzifix in der Friedhofskapelle.
Die Holzfiguren in der Kapelle stammen aus der bekannten Holzschnitzerschule von Elbigenalp.

Renoviert wurde die Kapelle in den 90er Jahren. In der Kapelle wurden schon viele Messen und Andachten, ja sogar Hochzeiten abgehalten. Im Sommer ist die Kapelle tagsüber immer geöffnet.